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12.06.2014 10:06 Alter: 5 yrs

Leipziger Informatikprojekt gewinnt den Hochschulwettbewerb 2014

Von: Lucas Grothe

 

Mit einer Weiterentwicklung der klassischen Flaschenpost hat Jörn Hoffmann, Mitarbeiter der Abteilung für Technische Informatik der Universität Leipzig den Hochschulwettbewerb 2014 “Mehr als Bits und Bytes” gewonnen. Das Projekt läuft unter dem Namen Bottl(e)mail und soll die digitale Bildung fördern.

 

 

Das Konzept der Bottl(e)mail setzt auf eine Verschmelzung der klassischen Flaschenpost und die Anwendung digitaler Systeme. Das Prinzip hat sich gegenüber dem klassischen Zettel in der Flasche nicht geändert: Jeder kann die Nachrichten lesen, die auf der Flasche hinterlassen wurden – und selber Nachrichten für den nächsten Nutzer speichern. Dafür wird lediglich ein Smartphone benötigt. Wer eine Flasche findet, kann mittels Smartphone einen QR-Code scannen, der auf der Flasche angebracht ist. Darüber kann eine App runtergeladen und über diese mit der Flasche kommuniziert werden. Übermittelt werden die Daten über Bluetooth.

 

Der Vorteil: Nachdem die App runtergeladen wurde, muss keine Verbindung mit dem Internet mehr hergestellt werden. Das macht die Kommunikation mit der Bottl(e)mail unabhängiger. Die Speichersyteme sind auf einer Platine installiert, die entweder von einer Batterie oder Solarzellen betrieben werden kann – dadurch ist die Bottl(e)mail auch energieautark.

“Die Bottl(e)mail lässt sich besonders gut von Geo-Cachern einsetzen. Denn die Batterie hält mehrere Jahre, weil sich das System nach der Benutzung wieder in den Tiefschlaf versetzt”, erklärt Jörn Hoffmann die Vorteile. Aber auch andere Anwendungsmöglichkeiten seien denkbar.

Die Bottl(e)mail wurde komplett am Institut für Informatik an der Universität Leipzig entwickelt und in Zusammenarbeit mit externen Firmen gebaut. Jörn Hoffmann hofft allerdings, dass nach Abschluss des Projekts die technische Entwicklung weitergeht: “Ziel des Projekts Bottl(e)mail ist die digitale Bildung. Jeder kann das Konzept selber weiterentwickeln oder einfach selbst mal den Lötkolben in die Hand nehmen. Schön wäre es natürlich, wenn sich um das Projekt eine Community entwickeln würde.”

Bis November hat Hoffmann nun Zeit, das Projekt komplett fertig zu entwickeln und die Flaschen fertigen zu lassen. Dann wird er seine Bottl(e)mails nochmal der Jury des Hochschulwettbewerbes vorstellen. Nach Abschluss des Wettbewerbes werden die Flaschen gezielt an öffentlichen Orten plaziert: Jörn Hoffmann ist gespannt, wohin ihre Reise gehen wird.

Der Hochschulwettbewerb wird von der Initiative “Wissenschaft im Dialog” im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 – Die digitale Gesellschaft vergeben. Mit dem Preis soll der Dialog zwischen Hochschule und Öffentlichkeit gefördert werden.

Lucas Grothe

 


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Rechnernetze und Verteilte Systeme:
Das Leipzig Wireless Mesh Testbed der Abteilung Rechnernetze und verteilte Systeme.