Mitarbeiterseminar Theoretische Informatik

Arbeitsgruppen «Algebraische und logische Grundlagen der Informatik» & «Automaten und Sprachen»

Sommersemester 2008

22.7.2008, 14:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
M. Oppelt, J. Waldmann (HTWK Leipzig): Nichttermination

Man benutzt Wort- und Termersetzungssysteme als Berechnungsmodell. Dabei fordert man typischerweise, dass das System terminiert, damit die Rechnungen auch Ergebnisse liefern. Ist das Gegenteil der Fall, möchte man gern wissen, warum. Wir stellen einige automatisierte Methoden vor, mit denen man unendliche Ableitungen findet. Insbesondere geht es um unendliche Ableitungen ohne Schleifen.

15.7.2008, 15:45 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
Gadi Moran (University of Haifa, Israel): What is the Genus of this surface?

15.7.2008, 14:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
S. Maneth (National ICT Australia Ltd and University of New South Wales): The Equivalence Problem for MSO Definable Tree Translations

Following the MSO graph transduction approach of Courcelle, functions on graphs can be described using families of MSO formulas with one and two free variables. If the graphs are restricted to trees, then we obtain the MSO definable tree translations. They form a natural class of translations with many good properties (such as closure under sequential composition). We show that the equivalence problem for such MSO tree transducers is decidable. In fact, even for MSO graph-to-tree transducers it is decidable whether they are equivalent on a context-free set of graphs. The proof is based on the fact that images of context-free graph languages under MSO translations are Parikh (i.e., their Parikh vectors form a semi-linear set). We do not not yet know the complexity of our decision procedure. For tree-to-tree translations obtained by unfolding the output dags of MSO definable tree-to-dag translations it remains open whether equivalence is decidable (this coincides with the equivalence problem for attribute grammars). If time permits, then we also mention recent results on equivalence of deterministic top-down tree transducers; for total transducers, equivalence can be decided in polynomial time.
Based on joint work with Joost Engelfriet and Helmut Seidl, respectively.

17.6.2008, 14:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
A. Arikan (Ankara): Perfect Subgroups of McLain Groups

In this talk we introduce the McLain groups and present certain results on perfect subgroup structure of these groups. We determine the structure of McLain groups as semi-direct products and as generations of perfect proper subgroups which have many interesting properties. We also construct certain groups using McLain groups' non-co-Hopfian structures and give an approach to figure out the subgroups of these groups as reflections of topological ideas.

3.6.2008, 14:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
M. Lohrey: Euler paths and ends in automatic and recursive graphs
(joint work with Dietrich Kuske)

In the talk we will characterize the recursion theoretic complexity of the existence of an Euler path in a recursive/automatic graph. We will prove that the existence of an Euler path in a recursive graph is complete for the class DΣ03. This class consists of all set differences of Σ03 sets. The same problem for highly recursive graphs as well as automatic graphs is shown to be Π02-complete. Moreover, the arithmetic level for bounding the number of ends in an automatic/recursive graph as well as computing the number of infinite paths in an automatic/recursive finitely branching tree is determined.

27.5.2008, 14:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
S. Göller: ICPDL with fixed points and nominals

In meinem Vortrag werde ich die Logik μ-ICPDLNom einführen. Sie erweitert den modalen μ-Kalkül von Kozen und ICPDL (Propositionale Dynamische Logik mit Durchschnitt und Umkehrung von Programmen) und erlaubt zusätzlich die Verwendung von Konstanten, sogenannten Nominalen. Modelle von μ-ICPDLNom-Formeln sind Kripke-Strukturen. In meinem Vortag werde ich mich auf die Modelleigenschaft von μ-ICPDLNom konzentrieren. Es wird ein Art Entfaltungsoperator auf Kripke-Strukturen definiert, der μ-ICPDLNom-Theorien erhält. Daraus kann abgeleitet werden, dass jede erfüllbare μ-ICPDLNom-Formel die höchstens k verschiedene Nominale enthält ein abzählbares Modell der Baumweite höchstens k+2 besitzt. Mit diesen Überlegungen und einer Reduktion auf das Leerheitsproblem für alternierende Zweiweg-Automaten auf unendlichen Bäumen kann gezeigt werden, dass Erfüllbarkeit von μ-ICPDLNom vollständig für deterministische zweifach exponentielle Zeit ist. Dies ist eine gemeinsame Arbeit mit Markus Lohrey und verallgemeinert eine Arbeit gemeinsam mit Markus Lohrey und Carsten Lutz (PDL with Intersection is 2EXP-complete, FOSSACS 2007).

20.5.2008, 14:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
F. Drewes: Baumbasierte Generierung und Transformation mit TREEBAG

TREEBAG ist ein Programm, das die Erzeugung von Zeichenketten, Bäumen, Bildern und anderen Objekten mithilfe von Baumgrammatiken und Baumtransformationen erlaubt. Die Idee ist einfach und spätestens seit Mezeis und Wrights berühmten Artikel von 1967 wohlbekannt: Die Ausgabebäume von Baumgrammatiken und Baumtransformationen werden von geeigneten Algebren interpretiert, um nicht nur Bäume erzeugen zu können, sondern im Prinzip beliebige Objekte. Zu diesem Zweck stellt TREEBAG vier Grundtypen von Komponenten zur Verfügung, nämlich Baumgrammatiken, Baumtransformationen, Algebren und Displays, wobei Letztere der geeigneten Präsentation der resultierenden Objekte dienen. Bei der Entwicklung des Systems spielte die leichte Erweiterbarkeit durch neue Typen von Baumgrammatiken, Baumtransformationen, Algebren und Displays eine entscheidende Rolle. Im Vortrag werde ich TREEBAG vorstellen, Beispiele zeigen und Ideen für ein Nachfolgersystem diskutieren.

6.5.2008, 14:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
K. Quaas: Minimale-Kosten-Überdeckungsproblem für gewichtete Petri-Netze

Wir betrachten eine gewichtete Version von Petri-Netzen, in dem die Transitionen eine natürliche Zahl zugewiesen bekommen. Das Gewicht einer Transition wird als Kosten für das Feuern der Transition interpretiert. Weiterhin unterscheiden wir zwischen einem Modell, in dem die Kosten einer Berechnungsfolge durch einfaches Aufaddieren der Gewichte der beteiligten Transitionen berechnet werden, sowie einem Modell, in dem die Kosten zusätzlich linear von der Anzahl der Tokens in einer Markierung abhängen. Wir untersuchen das minimale-Kosten-Überdeckungsproblem: was sind die minimalen Kosten, um von einer gegebenen endlichen Menge von Anfangsmarkierungen zu einer nach oben abgeschlossenen Menge von Finalmarkierungen zu gelangen? Im Vortrag werde ich Algorithmen zur Lösung des Problems vorstellen, die die Ausgangsbasis für die Lösung des gleichen Problems einer gewichteten Version von Zeit-Petri-Netzen stellen (wird in einem späteren Vortrag vorgestellt).

29.4.2008, 14:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
I. Meinecke: Ein gewichteter μ-Kalkül auf Wörtern

Wir definieren einen gewichteten μ-Kalkül auf endlichen und unendlichen Wörtern. Dieser μ-Kalkül verwendet keine Konjunktion und die Gewichte stammen aus Halbringen mit gewissen Vollständigkeits- und Stetigkeitseigenschaften. Für eine Reihe gebräuchlicher Halbringe wie distributive vollständige Verbände, den tropischen und den probabilistischen Halbring zeigen wir, dass die Ausdrucksstärke des konjunktionslosen gewichteten μ-Kalkül mit der Klasse der omega-rationalen formalen Potenzreihen übereinstimmt.

25.4.2008, 15:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
M. Droste: Normalteiler von unitären Automorphismengruppen

Wir untersuchen die Gruppe aller durch eine Translation beschränkten Ordnungsautomorphismen der reellen Zahlen. Diese bilden eine sog. unitäre Verbandsgruppe, die auf Grund ihrer Verbindungen zu mv-Algebren unabhängiges Interesse genießt. Wie bekannt, hat die Gruppe aller Ordnungsautomorphismen von R genau drei nichttriviale echte Normalteiler. Wir zeigen nun, dass obige Gruppe 2c Normalteiler hat, wobei c die Mächtigkeit des Kontinuums ist. Wir geben eine vollständige Chrakterisierung des Normalteilerverbandes an.

M. Droste, W.C. Holland: Normal subgroups of BuAut(Ω), Appl. Categor. Structures 15 (2007), 153-162.

15.4.2008, 13:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
Chr. Mathissen: Weighted Logics for Nested Words and Algebraic Formal Power Series

Nested words, a model for recursive programs proposed by Alur and Madhusudan, have only recently gained much interest. In this talk we introduce quantitative extensions and study nested word series which assign to nested words elements of a semiring. We show that regular nested word series coincide with series definable in weighted logics as introduced by Droste and Gastin. In order to do so, we establish a connection between nested words and series-parallel-biposets. Applying the result, we obtain a characterization of algebraic formal power series in terms of weighted logic. This generalizes a result of Lautemann, Schwentick and Thérien.

Wintersemester 2007/08

28.1.2008, 17:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
R. Peñaloza: Weighted Looping Automata

In recent years there has been a growing interest in expanding decision algorithms to allow for explanation - and correction - of properties holding in a Knowledge Base (KB). If the decision procedure in hand explicitely uses elements in the KB, then this task is as simple as tracking the elements that were used to obtain the result. Unfortunately, automata-based decision procedures use KBs implicitely. In this talk, we show how weighted automata can be used for computing a propositional formula from which the desired explanations can be deduced.

22.1.2008, 11:00 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
D. Kirsten: Entscheidbarkeitsfragen für polynomiell mehrdeutige min-+-Automaten

14.1.2008, 17:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
D. Kuske: Compatibility of Shelah and Stupp's and of Muchnik's iteration with fragments of mondaic second order logic

We investigate the relation between the theory of the iterations in the sense of Shelah-Stupp and of Muchnik, resp., and the theory of the base structure for several logics. These logics are obtained from the restriction of set quantification in monadic second order logic to certain subsets like, e.g., finite sets, chains, and finite unions of chains. We show that these theories of the Shelah-Stupp iteration can be reduced to corresponding theories of the base structure. This fails for Muchnik's iteration.


7.1.2008, 17:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
J. Waldmann (HTWK Leipzig): Weighted Tree Automata for Termination of Term Rewriting

Gemeinsame Arbeit mit Adam Koprowski (TU Eindhoven)

Ein Ersetzungssystem terminiert, wenn es keine unendlich langen Berechnungen gestattet. Wir interessieren uns für maschinelle Terminationsbeweise. Ein wichtiges Beweisverfahren ist Interpretation in eine monotone Algebra. Wir betrachten Interpretationen durch gewichtete Baumautomaten. Als Gewichte verwenden wir
(a) natürliche Zahlen N mit Standard-Operationen (plus, mal),
(b) den arktischen Halbring (-infinity + N) mit (max, plus),
(c) den vollen arktischen Halbring (-infinity + Z).
Die Verfahren (a) und (b - bisher nur für Wortsersetzung) werden seit 2006 bzw. 2007 von mehreren erfolgreichen Teilnehmern der Termination Competitions benutzt; die Erweiterung von (b) für Termersetzung und (c) sind neu.

Im Vortrag diskutieren wir Korrektheit, Implementierung und formale Verifikation sowie eine Verbindung zum Beschränktheitsproblem für tropische (min,plus) Automaten.

Literatur:
Jörg Endrullis, Johannes Waldmann and Hans Zantema: Matrix Interpretations for Proving Termination of Term Rewriting; IJCAR 2006, JAR 2007.
Adam Koprowski and Hans Zantema: Certification of Proving Termination of Term Rewriting by Matrix Interpretations; SOFSEM 2008.
Johannes Waldmann: Weighted Automata for Proving Termination of String Rewriting; WATA 2006, JALC 2007.


18.12.2007, 15:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
D. Kuske: Automatische Graphen

Automatische Graphen sind gegeben durch zwei endliche Automaten, die die Menge der Knoten bzw. die Menge der Kanten erkennen (hierfür wird ein synchroner Zweiband-Automat verwendet). Gefragt wird, wie sich graphtheoretische Eigenschaften in den Automaten widerspiegeln. Dabei zeigen wir, dass die Existenz eines unendlichen Hamiltonpfades Σ-1-1-vollständig ist, hingegen ist die Existenz einer unendlichen Clique entscheidbar - diese beiden Probleme sind für rekursive Graphen (d.h. wenn man Turingmaschinen an Stelle der endlichen Automaten zulässt) Σ-1-1-vollständig.


03.12.2007, 17:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
M. Lohrey: Efficient computation in groups via compression

Wir betrachten eine komprimierte Variante des Wortproblems in endlich erzeugten Gruppen, bei dem Eingabewörter durch kontextfreie Grammatiken, die genau ein Wort erzeugen (sogenannte Straight-Line Programme), repräsentiert werden. Es wird gezeigt, dass die Komplexität dieses komprimierten Wortproblems unter endlichen Erweiterungen und freien Produkten erhalten wird. Für Graphgruppen (frei partiell kommutative Gruppen) wird ein Polynomialzeitalgorithmus für das komprimierte Wortproblem angegeben. Wir werden diese Resultate auf das (klassische, d.h. unkomprimierte) Wortproblem von gewissen Gruppenerweiterungen und Automorphismengruppen anwenden. Unter anderem ergibt sich ein Polynomialzeitalgorithmus für das Wortproblem der Automorphismengruppe einer freien Gruppe, was ein offenes Problem von Kapovich, Miasnikov, Schupp und Shpilrain löst.
(gemeinsame Arbeit mit Saul Schleimer, Rutgers University)


26.11.2007, 17:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
I. Meinecke: Propositionale Dynamische Logik (PDL) für Nachrichten-Systeme

Wir untersuchen eine bidirektionale Propositionale Dynamische Logik (PDL) auf so genannten Message Sequence Charts (MSCs), die Systeme mit Nachrichten-Austausch modellieren. Diese Logik erweitert frühere temporale Logiken. Mit dieser multi-modalen Logik können Eigenschaften sowohl in der Zukunft wie in der Vergangenheit eines Ereignisses ausgedrückt werden. Pfadausdrücke erweitern die Ausdrucksstärke des klassischen UNTIL-Operators. Jede Formel wird in eine äquivalente kommunizierende endliche Maschine (CFM) von exponentieller Größe übersetzt. Dieses Synthese-Problem lösen wir in voller Allgemeinheit, also auch für MSCs mit unbeschränkten Kanälen. Das Model-Checking-Problem für CFMs und HMSCs gegenüber Formeln aus PDL kann für existentiell beschränkte MSCs in PSPACE gelöst werden. Weiterhin wird gezeigt, dass CFMs nicht ausdrucksstark genug für PDL mit Durchschnitt sind. Dieses ist eine gemeinsame Arbeit mit Benedikt Bollig und Dietrich Kuske.


12.11.2007, 17:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
M. Droste: Chu-Spaces

Chu spaces consider of a set of objects, a set of attributes or properties, and a satisfaction relation between objects and attributes. Many mathematical structures including topological spaces, partial orders and distributive lattices, can be modeled as Chu spaces. In theoretical computer science, they can be used to obtain models of linear logic and models for concurrent processes.
We will investigate:


Reference: M. Droste and G.-Q. Zhang: Bifinite Chu spaces, in: 2nd Conf. on Algebra and Coalgebra in Computer Science (CALCO), Lecture Notes in Comp. Science vol. 4624, pp. 179-193, Springer, 2007.


6.11.2007, 15:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
G. Ulbrich: The Bergman property for full groups of measure preserving and ergodic transformations

In Strukturfragen zu unendlichen Gruppen ist die Kofinalität ein wichtiges Konzept. Grob gesprochen gibt sie an, wie gut sich die Gruppe durch eine Kette von, z.B., Untergruppen approximieren lässt. Eng damit zusammen hängt eine relativ junge "Erfindung", nämlich die Bergman-Eigenschaft. Eine Gruppe mit dieser Eigenschaft hat ausschließlich "besonders große" Erzeugendensysteme. Die Bergman-Eigenschaft ist für eine Reihe von Permutationsgruppen verifiziert worden. Ich gebe einen Einblick in gängige und auch neue Beweismethoden; die letzteren haben wir benutzt, um zu zeigen, dass gewisse klassische Gruppen von maßerhaltenden Transformationen des Einheitsintervalls die Bergman-Eigenschaft haben.


23.10.2007, 15:15 Uhr, Johannisgasse 26, 4-42
S. Göller: PDL with Intersection and Converse is 2EXP-complete

Propositional Dynamic Logic (PDL), von Fischer und Ladner 1979 eingeführt, ist eine Erweiterung von Modallogik, die es erlaubt über reguläre Ausführungen von Programmen zu sprechen. Modelle von PDL sind Transitionssysteme. Eine wichtige algorithmische Fragestellung ist das Erfüllbarkeitsproblem, d.h. ob eine gegebene Formel ein Modell besitzt. Für PDL ist die Komplexität des Erfüllbarkeitsproblems schon lange bekannt - PDL ist vollständig für deterministisch exponentielle Zeit. In meinem Vortrag werde ich über die Komplexität des Erfüllbarkeitsproblems von ICPDL sprechen. ICPDL ist eine interessante Erweiterung von PDL, die im Gegensatz zu PDL weder die Baummodell- noch die endliche Modelleigenschaft besitzt und sowohl den Durschschnitt als auch die Umkehrung von Programmen erlaubt.

Ich werde zeigen, daß Erfüllbarkeit für ICPDL vollständig für deterministisch zweifach exponentielle Zeit ist, was die bisher bekannte nichtelementare obere Schranke von Lutz verbessert. Dies ist eine gemeinsame Arbeit mit Markus Lohrey und Carsten Lutz.