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Mittwoch, 19. April 2000, 18.15 Uhr, Hörsaal 11
Prof. Dr. Rafael Capurro
(HBI Stuttgart)
"Mediale (R-)Evolutionen: Platon, Kant und der Cyberspace"
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Kurzfassung:
Die Meinungen über den sozialen und epochalen Sinn des Cyberspace gehen
weit auseinander. Die einen sind begeistert und
verkünden eine neue Era für die Menschheit. Die anderen sehen darin das
Ende der Aufklärung und der Beginn einer
beispiellosen kulturellen Barbarei. Die Massenmedien schwanken zwischen
Fusion (AOL/Time Warner) und pauschaler
Verurteilung (Internet = Kinderpornographie). Die europäische Neuzeit
träumte von einem zensurfreien Raum im Medium
der "Schriften" für die "Leserwelt" (Kant). Die potentielle universelle
Verbreitung des gedruckten Wortes sowie seine
Fixierung, die eine kontrollierte Kritik ermöglicht, entsprach den
idealen einer sich universal wähnenden Vernunft. Dieses
Ideal setzte sich vor allem vom Medium der Oralität ab. Mit dieser
Absetzung kehrte die Neuzeit den antiken Begriff der
Öffentlichkeit um. Freilich kannte die griechische Antike die
revolutionäre Bedeutung des Mediums Schrift gegenüber der
Oralität, wie dies Platon im Mythos der Erfindung der Schrift zum
Ausdruck bringt.
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Literatur: |
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Die Ringvorlesung richtet sich nicht nur an Studierende
und Mitarbeiter
der beiden Institute, sondern auch an Interessierte
aus anderen Disziplinen.
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| Organisation:
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Prof. Dr. Siegmar Gerber
Institut für Informatik |
Doz. Dr. Bernhard Debatin
debatin@rz.uni-leipzig.de |