Baeume und Lernen Wolfgang Merkle und Frank Stephan Das Thema des Vortrages ist es, zentrale Lernbegriffe aus der Induktiven Inferenz mit Hilfe von Baeumen oder Familien von Baeumen zu charakterisieren. Die Charakterisierungen ermoeglichen neue Beweise bekannter Resultate. Im Folgenden die wichtigsten Lernkriterien und ihre Charakterisierung: - Vehaltenskorrektes Lernen heisst, dass eine Maschine bei sukzessiver Eingabe der Funktionswerte eine Folge von Indizes generiert, von denen fast alle die gegebene Funktion berechnen. Eine Klasse S von Funktionen kann genau dann von einer berechenbaren Maschine verhaltenskorrekt gelernt werden, wenn es eine uniform berechenbare Folge T0, T1, ... von Baeumen gibt, so dass jede Funktion in S isolierter Ast auf einem Baum Tn ist und auf keinem weiteren Baum Tm vorkommt. - Lernen im Limes heisst, dass eine Maschine bei sukzessiver Eingabe der Funktionswerte eine Folge von Indizes generiert, von denen fast alle gleich einem festen Programm fuer die gesuchte Funktion sind. Eine Klasse S von Funktionen kann genau dann von einer berechenbaren Maschine im Limes gelernt werden, wenn es eine uniform berechenbare Folge T0, T1, ... von Baeumen gibt, so dass jede Funktion in S einziger unendlicher Ast auf einem Baum Tn ist und auf keinem weiteren Baum Tm vorkommt. - Endliches Lernen heisst, dass die zu lernende Maschine eine gewisse Zeit lang das Symbol "?" und danach die einzige und richtige Hypothese e ausgibt. Eine Klasse S von Funktionen kann von einer Maschine mit Orakel K endlich gelernt werden genau dann wenn es einen aufzaehlbaren Baum gibt, so dass jede Funktion auf diesem Baum ein vollstaendig isolierter Ast ist. Dabei ist f auf einem Baum vollstaendig isoliert, wenn es oberhalb einem gewissen sigma auf dem Baum nur noch Knoten der Form f(0) f(1) ... f(n) gibt. - Streng-monoton verhaltenskorrektes Lernen heisst, dass bei jedem Hypothesenwechsel von i nach j die Funktion phi_j eine Fortsetzung von phi_i ist, das heisst dass phi_j(x) = phi_i(x) fuer alle x im Definitionsbereich von phi_i gilt. Eine Klasse S kann streng-monoton gelernt werden genau dann wenn sie die Klasse aller isolierten Aeste eines berechenbaren Baumes ist (oder eine Teilklasse davon). Weiter konnte gezeigt werden, dass zusaetzliche Information beim Lernen im Limes selbst dann hilfreich ist, wenn diese zusaetzliche Information nur in einem Index eines Baumes besteht, auf dem die zu lernende Funktion ein isolierter Ast ist. Es wurde eine Klasse S konstruiert, die nur mit dieser zusaetzlichen Information, aber nicht ohne sie, im Limes gelernt werden kann.